Fallen (2005)


Premiere: 7.4. 2005
Ballhaus Naunynstraße
weitere Vorstellungen 8., 9., 10.4. 2005

Eine Fallstudie des Veser/Aue/Gefüges mit Texten von Daniil Charms und Motiven aus den Filmen von David Lynch und Jean-Pierre Jeunet

»Fallen. Das ist eigentlich alles« mit Texten von Daniil Charms im Ballhaus Naunynstraße
Die Falle, die einen zu Fall bringt, kann versteckt sein oder offenkundig. Bewusst zu fallen setzt Lust am Schwindel voraus.
Im Ballhaus Naunynstraße zeigen die Regisseurinnen Daniela Aue und Kathrin Vese mit »Fallen. Das ist eigentlich alles« dazu eine Verbindung aus Texten von Daniil Charms und akrobatischen Figuren. Charms, ein Klassiker der russischen Avantgarde, der 1942 in einem Leningrader Gefängnis verhungerte, ging von alltäglichen Katastrophen aus. Er schildert die Rohheit der Leute, ihre Gier und ihre im Unglück endende Dummheit. Das Leben erscheint als Kette tragischer Zwischenfälle, bestimmt von Absurdem und bitterbösem Humor. Ein Hungriger isst Bouletten, die zu wenig Fleisch enthalten, worauf seine Ohren zu Boden fliegen und ihn jählings der Tod ereilt. Solcherart sind die Texte, die im Ballhaus gelesen und zugleich als akrobatische Figuren gezeigt werden.
Acht Schauspieler bilden eine Zirkustruppe. Sie warten im großen Bühnenraum. Aus einem Lautsprecher erschallt ein absurder Text. Die Spieler setzen sich in Bewegung, bilden Gruppen, berühren sich, klettern auf und übereinander, bauen mit akrobatischem Talent Figuren aus Körpern, die den Texten des russischen Dichters entsprechen, sie gekonnt abbilden. Die Figuren reizen oft zum Lachen. Das hat seinen Sinn, denn in der Welt des Dichters ist befreiendes Lachen wohl das Einzige, was bleibt und was noch helfen kann.


MIT Marc Bockemühl, Valentina Calandriello, Janne Gregor, Benny Hauser, Kerstin Kusch, Lukas Laible, Jürgen Müller, Benjamin Reber  MUSIK Florian Bald, Lichtdesign Benny Hauser



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